Umgebung

Die Gemeinde Krummhörn besteht aus 18 Warfendörfern und dem Fischerdorf Greetsiel. Pewsum, der Sitz der Gemeinde ist mit knapp 3.500 Einwohnenern der größte Ort. Die 19 Dörfer umfassende Gemeinde hat knapp 13.000 Einwohner, die sich auf rund 159 Quadratkilometer verteilen. Die Einwohnerdichte von ungefähr 80 Menschen pro Quadratkilometer ist selbst im innerostfriesischen Vergleich sehr niedrig. Ostfriesland ist mit rund 148 Einwohnern pro Quadratkilometer bereits dünner besiedelt als Niedersachsen (etwa 168) und die Bundesrepublik Deutschland (zirka 230).

Jedes der Dörfer ist einen Besuch wert. Die krummhörner Dörfer, die in den vergangenen Jahren z.T. aufwendige Erneuerungen erfahren haben, erleben Sie am besten auf Fahrradtouren über gut ausgebaute Rad- und Feldwege.

In der Krummhörn ist Ostfriesland am typischsten. Es gibt Museen, imposante Kirchen, Häuptlingsburgen, Gulfhäuser, Galerien, urige Restaurants, Leuchttürme und vieles mehr.

Sehenswert sind insbesondere die - gemessen an der Größe des Dorfes - oft viel zu groß anmutenden Kirchen, die Sie alle besichtigen können. Scheuen Sie sich nicht, ggf. an den benannten Stellen den Schlüssel für die Kirche zu erbitten! Wegen ihrer z.T. sehr bedeutenden Orgeln zählt die Krummhörn zu einer der bedeutendsten Orgellandschaften weltweit (siehe Orgellandschaft Ostfriesland).

Hervorzuheben ist Rysum, das Nachbardorf von Loquard. Das kleine romantische Rund-warfendorf beherbergt in seiner sehenswerten Kirche die älteste bespielbare Orgel Europas aus dem Jahr 1457. In der alten historischen Windmühle, die die Rysumer vor einigen Jahren in Eigenarbeit wieder aufgebaut und restauriert haben, finden Sie fast immer jemanden, der Ihnen gern fachkundige Auskunft gibt (siehe auch: Rysum). Lustig ist der Rundgang von Ina Müller mit Frau Ross bei Regen in Rysum: Ina Müller in Rysum.

Ihre erste Tour könnten Sie mit dem Fahrrad zum Deich unternehmen. Sie können auf der Wasserseite oder hinterm Deich zum nächstgelegenen Ziel, dem Campener Leuchtturm, radeln. Der 1892 fertiggestellte Leuchtturm ist mit einer Höhe von 65 Meter der höchste in Deutschland. Nach lustigem Aufstieg genießt man einen großartigen Ausblick auf das Watt und die krummhörner Marsch. Mehr über Deichbau und Küstenschutz: Deichacht Krummhörn

 

   

Der Campener Leuchtturm -
 mit 64 m Höhe der  höchste in Deutschland

 

Blick vom Leuchtturm auf das Meer,
den Deich und das Marschland

In Campen befindet sich auch das lohnenswerte Landwirtschaftsmuseum, das in zwei denkmalgeschützten Gulfhöfen landwirtschaftliche Maschinen und Geräte aus einem Jahrhundert ostfriesischer Geschichte zeigt. Eindrucksvoll wird der Weg von der manuell betriebenen Landwirtschaft zur heutigen sehr stark technisch unterstützten Bearbeitung veranschaulicht.

In Groothusen (5 Km von Loquard in Richtung Pewsum) befindet sich die sehenswerte Osterburg, eine ehemalige ostfriesische Häuptlingsburg (siehe auch bei Wikipedia). In Groothusen lagen die Beningaburg, die Middelsteburg und die Osterburg, die seit Generationen von der Familie Kempe, direkten Nachfahren der Beningas, bewohnt wird. Die Burg mit einer bedeutenden Sammlung kultur- und kunsthistorischer Gegenstände und der dazugehörende Park (Teil der Gartenroute Krummhörn) können nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden. Auf der website der Familie Kempe finden Sie zudem interessante Ausführungen zur politischen Geschichte Ostfrieslands.

 

  Greetsiel

  Von Loquard erreichen Sie das malerische
  Fischerdorf Greetsiel mit dem Fahrrad am
  Deich entlang nach etwa 16 km. Greetsiel 
  begeistert sofort wegen seiner herrschaft-
  lichen historischen Giebelhäuser aus dem
  17. Jahrhundert, dem alten Fischerhafen
  mit der beeindruckenden Krabbenkutter-
  flotte, den berühmten Greetsieler Zwillings-
  mühlen und den malerischen Gassen.
  Der inzwischen sehr bekannte Ort bietet
  gute Restaurants, Teestuben, Cafés und 
  Einkaufsmöglichkeiten.

 

 
  Sie sollten sich in Greetsiel im Nationalpark-
  haus  (Nabuhaus) über den Nationalpark
  Niedersächsisches Wattenmeer informieren
  und sich nach den Abfahrten einer reizvollen
  Kutterfahrt auf die Nordsee mit vielen
  Informationen zur Krabbenfischerei, den
  enormen baulichen Veränderungen am 
  Greetsieler Hafen und den Anstrengungen
  des Küstenschutzes informieren.
 
  Kinder lieben es, mit dem Ketcar durch die
  Gassen zu fahren und mit dem Paddel-
  oder Tretboot die Kanäle zu erkunden.

 


Auf dem Weg nach Greetsiel sollten Sie einen Abstecher nach Pilsum unternehmen. Die Kreuzkirche aus dem 12. Jahrhundert ist ein nationales Baudenkmal. Der Turm ruht inmitten der Kirche auf Vierungspfeilern. Weitere Attraktion des Dorfs ist der "Otto-Turm", der Pilsumer Leuchtturm von 1891, der durch die Otto-Filme bekannt wurde. Auch eine Rast am Dieksiel, dem Denkmal für die Deicharbeiter, lohnt sich.

Die weithin sichtbare Kirche von Eilsum steht auf der höchsten Stelle der Warf. Sie ist die einzige Chorturmkirche Ostfrieslands. Kunstkenner werden sich für das 500 Jahre alte kupferne Taufbecken sowie für die kostbare Seccomalereien aus dem 13. Jahrhundert interessieren.
In Eilsum kann man zudem den 36 m hohen Glockenturm besteigen, dabei den Kirchenbau auf einer Galerie oberhalb der Kuppeln bestaunen und von der Kirchturmspitze eine traumhafte Aussicht genießen.

 

Lange Zeit meinten die Krummhörner, den tiefsten Punkt Deutschlands bieten zu können. Etwa einen Kilometer entfernt von Freepsum liegt eine Weide 2,3 m unter NN (Meeresspiegel) - gut erreichbar mit dem Fahrrad. Neuere Messungen haben ergeben, dass Freepsum nur noch auf Platz 3 liegt. Denn Ditzumerverlaat im Rheiderland (jenseits der Ems) liegt mit 2,5 m unter NN noch tiefer. Den absoluten Tiefpunkt stellt mit 3,539 m unter NN nunmehr jedoch Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch.

  

 Der schiefe Turm von Suurhusen

Ein Rekord bleibt unangefochten: In Suurhusen (5 km vor Emden) steht der schiefste Turm der Welt. Der 1450 erbaute Kirchturm der evangelisch-reformierten Gemeinde gilt als der am stärksten geneigte Turm der Welt. Bei einer Höhe von 27,37 Metern hat der Turm am Dachfirst einen Überhang von 2,47 Metern, was einer Neigung von 5,19 Grad entspricht. Mit diesen Angaben steht er als Rekordhalter im Guiness-Buch der Rekorde. 

 

Es ließe sich einiges über jedes Dorf berichten. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Website der Gemeinde Kummhörn, die alle 18 Warfendörfer und Greetsiel sehr ansprechend präsentiert. Weitere Informationen zur Krummhörn und ihren Dörfern erhalten Sie online mit zahlreichen Links  bei wikipedia. Empfehlenswert sind unbedingt auch die vielen guten Bücher und Reiseführer (erhältlich u.a. in der Buchhandlung Otto Thiele in Pewsum). 

 

Bademöglichkeiten

Natürlich kann man am Deich im Meer baden. Die nächste Bademöglichkeit am Deich befindet sich etwa 3,5 km von Loquard entfernt. Mit dem Auto fährt man über Upleward; schöner ist die Badestelle mit dem Fahrrad am Deich entlang Richtung Greetsiel erreichbar. Nicht selten kommt man zum Deich und sieht kein Wasser, sondern "nur" das Watt. Wer baden will, sollte also den Tiedenkalender kennen (Flut läuft in Upleward etwa eine Stunde nach Norderney auf). Baden ist  bei auflaufendem Wasser und Flut möglich. Bei Ebbe kann man weit ins Watt hinauslaufen. Alternativ zu Upleward ist auf Norddeich mit seinem schönen Strand und dem direkt angrenzenden großen Meerwasser-Schwimmbad hinzuweisen; dort finden Sie auch das Erlebnisbad ocean wave. Wir empfehlen außerdem Tagesausfüge zu den ostfriesischen Inseln, die zur Meerseite mit breitem Sandstrand und nicht selten herrlicher Brandung aufwarten. 

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